Gedanken zu Gestaltung von Plänen

admin Januar 20th, 2012 3 Kommentare

Die meisten die sich fürs Training interessieren, beschäftigen sich auch damit selber Kraft- oder Konditionsprogramme zu entwerfen. Entweder für sich selber oder eben für Frau/Freundin, Familienangehöre, Bekannte oder eben Klienten.

Um ein erfolgreiches Programm zu schreiben gibt es mehrere grundlegende Punkte zu beachten:

1. das Verständnis für Anatomie und Physiologie, wie der Körper auf Stess reagiert
2. Recherchen über Fakten und Trends
3. Wiederholung und Satz Wahl, sowie die vorgesehene Progression innerhalb des Programms

Punkt #1 ist die Grundlage, den ohne Verständnis über den Körper wird kein Plan funktionieren. Um das Verständnis zu erlangen dienen #2 und #3. Ohne die praktischen Test der eigenen Programme werden es immer nur fundierte Vermutungen bleiben. Die Sammlung all dieser Informationen lässt uns wissen, wie man einen Anfänger durch das erste Trainingsjahr führt und er von da an verschiedene Routen verfolgen kann für den entsprechenden Fortschritt. Dies ist, wo die Kunst der Programmgestaltung ins Spiel kommt, welche indirekt eine Sammlung der drei Informationsquellen oben ist.

Das Problem mit #2 ist, dass es innerhalb der Wissenschaft Grenzen gibt. Es gibt einige Prinzipien die sich bewährt haben wie Wiederholungsbereiche für verschiedene Ziele (Explosivität, Hypertrophie und Ausdauer) sowie Ruhezeiten. Nur Forschungen als Nennwert zu nehmen kann ein Fehler sein, den es fehlt meist an Inhalt. Studien sind dafür um eine spezielle Population zu untersuchen. Um Verallgemeinerungen zu vermeiden müsste man weitere Studien mit anderen Populationen vornehmen. Darüber hinaus können viele der Fragen der Forschung einem “Hardcore” Lifter nicht wirklich helfen. (Wie viele Studien gibt es über Back Squats in denen noch nicht einmal auf deren Parameter eingegangen wird?).

Das Problem mit Nr. 1 ist, dass es in der Regel mit einem Verständnis der Physiologie zusammen hängt. Wenn jemand seine Kniebeuge in sechs Wochen um 25kg steigert, bedeutet dies nicht das es bei dir das gleiche tut. Wenn man ein Programm eines bekannten Lifters kopiert gehen viele Informationen verloren. Die Trainingsvergangenheit, -Geschichte und der Fortschritt wird anders sein. Aus diesem Grund funktionieren nicht alle Programme bei jedem gleich gut.

Egal was du über Trainingsplanung liest, ob Westside Barbell, Starting Strength, Wenderls 531, Pavel oder Crossfit, denkt immer darüber nach. In den wenigsten Fällen kann man das Gelesene direkt Anwenden, da es nicht auf die persönliche Situation passt. Man sollte immer berücksichtigen das man einen einen anderen Trainingsverlauf hat, andere Leistungen und man durch Höhe/Gewicht/Alter anders auf verschiedene Übungen reagiert, sowie weitere Punkte. Nicht viele Menschen können dies objektiv betrachten, doch genau das ist der Schlüssel zur richtigen Planung. Trainingsplanung ist kein “Plan” den ein Trainer einfach benutzten sollte. Stattdessen ist es die Diagnose, was ein Trainee (Schüler) braucht und die Anpassung um schlussendlich Fortschritte zu machen.

Behaltet diese Gedanken im Hinterkopf, wenn du eigene Programme oder anderer betrachtest. Anstelle den Leuten zu sagen was sie tun sollen, sollten zuerst einmal Fragen gestellt werden. Das ist was einen guten Trainer auszeichnet und ich versuche mit diesem Blog euch beizubringen. Lernt.

 

Janis Rajaonarivelo geschrieben am 20. Januar, 2012

Danke für diesen Eintrag!

Sollten sich alle angesprochen fühlen die nicht mehr weiterwissen!

Bedeutet, man wendet sich vielleicht beim nächsten mal nicht an MH sondern an einen guten Fragesteller und Beobachter!

Super Gregor!

Sascha geschrieben am 20. Januar, 2012

Klasse Artikel!
Da kann ich nur Lesen und Lernen….
Gruss Sascha

Johannes geschrieben am 23. Januar, 2012

Ich denke du hast noch vergessen, dass die Definition des Ziels ein ganz wichtiger Bestandteil ist. Es ist erstaunlich wie viele überhaupt nicht wissen, wo sie hin wollen, am Ende alles gleichzeitig machen und als Ergebnis nichts erreichen.

Wenn man dann mal soweit ist hast du recht mit “Fragen stellen”. Vor allem im Fortgeschrittenen Stadium. Ein solides Management von Trainingsstress rückt dann immer mehr in den Fokus. Die Integration des Trainings in die gegebenen Lebensumstände wird immer anspruchsvoller.
Bei Anfängern sehe ich die übertriebene Individualisierung eher kritisch. Ein guter Plan ohne viel Anpassung mit Konzentration auf die Basiscs ist das A und O. Der ganze Körper ist eine einzige Schachstelle und das sollte auch so behandelt werden :)

Oft sehe ich auch, dass vielen der Zusammenhang von Volumen, Frequenz, Intensität und Regeneration überhaupt nicht bewusst ist. Keine der Variable kannst du ohne Abhängikeit zu den anderen beurteilen. Deshalb ist die Diskussion über einer einzelne Variable oft schon vorn vorne herein zum scheitern verurteilt. Glücklicherweise sind es oft die bewährten Programme (SS, 531, Bill Starr’s Sachen, etc), die alle Variablen schon erfolgreich aufeinander abgestimmt haben. Und in der Praxis funktionieren.

Grüße
Johannes



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